Dębno ist eine Stadt in der Wojewodschaft Zachodniopomorskie (Westpommern) mit ca. 14.000 Einwohnern und hat bereits seit 1882 Anschluß an das Eisenbahnnetz, da sich der Ort an der Bahnstrecke Grzmiąca–Kostrzyn befindet. Wikipedia schreibt zur Bahnstrecke Grzmiąca–Kostrzyn:
„Die Bahnstrecke Grzmiąca–Kostrzyn nimmt ihren Anfang im unteren Tal der Parsęta (Persante) im Osten der Woiwodschaft Westpommern, die sie südwestlich durchzieht, bis sie im äußersten Nordosten der Woiwodschaft Lebus an der Oder endet.
Auf ihrem 240 Kilometer langen Weg verbindet die Städte Połczyn-Zdrój (Bad Polzin), Drawsko Pomorskie (Dramburg), Kalisz Pomorski (Kallies), Choszczno (Arnswalde), Myślibórz (Soldin), Dębno (Neudamm), die alle im Gebiet der Pommerschen Seenplatte liegen, mit der Oderstadt Kostrzyn nad Odrą (Küstrin) an der heutigen polnisch-deutschen Staatsgrenze. Vor 1945 schuf diese Bahnlinie die Verbindung zwischen der Provinz Pommern und Ostbrandenburg.“
Auf dem Bahnhof ist trotzdem nicht mehr viel los, da von der Bahnstrecke nur noch ca. 20 Prozent betrieben werden und hier auch kein Personenverkehr stattfindet. Von Kostrzyn über Dębno fährt nur noch gelegentlich ein Güterzug bis nach Barnówko, ca. 5 km hinter Dębno.
Bei unserem Kurzbesuch in Kostrzyn nad Odrą trafen wir gleich auf 3 Loks der PKP-Baureihe SM31. Während SM31-085 etwas rangierte, warteten SM31-159 und SM31-138 auf das Abfahrtssignal.
Vor einigen Wochen berichtete die Märkische Allgemeine (Vogelsang wird abgehängt / über Schildbürger in Vogelsang) darüber, daß in Zukunft nur noch alle zwei Stunden ein Zug in Vogelsang halten wird, obwohl alle Stunde Züge in beiden Richtrungen durch den Ort fahren.
Für mich war dies Anlaß, einmal nach Vogelsang zu fahren und mir die Situation anzusehen.
Auf den folgenden Bildern wird der Ablauf deutlich. Der aus Berlin kommende Zug der Prignitzer Eisenbahn fährt auf dem zweiten Gleis ein, langsam am Bahnhofsgebäude und dem kleinen Bahnsteig vorbei und vor bis zum Ausfahrsignal. Kurz darauf kommt der Gegenzug aus Templin und fährt auf Gleis 1 vor bis zum Empfangsgebäude, Passagiere können ein- und aussteigen (heute waren es offensichtlich zwei Schülerinnen, die ausstiegen). Anschließend gehen beide Ausfahrsignale auf grün und es herrscht für die nächste knappe Stunde Ruhe auf dem Bahnhof.
Vogelsang liegt an der Bahnstrecke von Löwenberg nach Templin. Diese Strecke ist die letzte verbliebene von früher insgesamt 4 Strecken die auf Templin zuliefen und Templin somit zu einem Eisenbahnknoten machten.
Wikipedia sagt zu dieser Linie:
>>Die Strecke Löwenberg–Templin wurde am 1. Mai 1888 eröffnet und ist heute noch für den Personenverkehr in Betrieb. Zehn Jahre später – am 24. März 1899 – erfolgte die Verlängerung der Strecke nach Prenzlau. 1945 wurde dieser Abschnitt als Reparationsleistung für die Sowjetunion abgebaut. Acht Jahre später erfolgte der Wiederaufbau. Die Trassierung innerhalb Prenzlaus wurde dabei verändert, so dass die Strecke seitdem in einem Bogen nordwestlich um die Stadt führt. Die Wiedereröffnung des Abschnitts erfolgte am 30. Oktober 1953. 1955 ging eine Verbindungsstrecke vom neu errichteten Betriebsbahnhof Prenzlau West nach Blindow an der Bahnstrecke Angermünde–Stralsund in Betrieb. Damit war eine direkte Nord-Süd-Verbindung entstanden, wobei der Bahnhof Prenzlau umfahren wurde. Sie diente vor allem dem Güter- und militärischen Verkehr, wurde aber auch von einigen Schnellzügen in der Sommersaison genutzt.
Am 28. Mai 2000 wurde der Abschnitt Templin Stadt–Prenzlau im Schienenpersonenverkehr eingestellt. Noch bis 2003 befuhr ein Güterzugpaar das nördliche Streckenende zwischen Prenzlau und Prenzlau Vorstadt. Im Dezember 2008 verkaufte die Deutsche Bahn diesen Streckenabschnitt an die Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg, die am 24. März 2010 einen Betrieb mit Draisinen auf der neun Kilometer langen Teilstrecke Beenz–Prenzlau Vorstadt eröffnet hatten. Allerdings wurde dieser Betrieb bald wieder eingestellt und die Strecke an die Havelländische Eisenbahn (HVLE) verkauft, die sie nun im Jahr 2011 aus Kostengründen wieder an andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen abgeben möchte.<< aus: Bahnstrecke von Löwenberg nach Prenzlau
Weitere Strecken verliefen von Templin nach Fürstenberg und Britz bzw. Eberswalde. Diese bildeten die Bahnstrecke Britz–Fürstenberg, die Strecke wurde 1898/1899 eröffnet.
Die Strecke nach Fürstenberg hat seit 1996 keinen Bahnverkehr mehr, dort können allerdings Draisinen gemietet werden. Richtung Britz ist der Verkehr seit Dezember 2006 unterbrochen. Bis Joachimsthal fahren allerdings von Eberswalde noch stündlich Triebwagen der ODEG und bis Milmersdorf öfter Güterzüge der DB AG.
Die Strecke von Eberswalde über Templin nach Löwenberg habe ich im Herbst 2006 im Rahmen einer Abbestellungstour Nordbrandenburg bereist. Die Bilder dazu liegen hier: November 2006 im unteren Bereich der Seite.
Ein Paar Bilder vom Bahnhof Fürstenberg/Havel im nördlichen Landkreis Oberhavel. In früheren Zeiten war der Bahnhof ein Ausgangspunkt von Militärzügen der Roten Armee, die von hier über Templin, Eberswalde nach Frankfurt/Oder fuhren. Die Rote Armee ist lange abgezogen, die Strecke nach Templin wird nur noch von Draisinen befahren und so ist Fürstenberg nur noch ein unbedeutender Unterwegshalt zwischen Neustrelitz und Berlin.
Die Autobahn A10 (Berliner Ring) wird bis 2013 auf sechs Spuren erweitert und dabei auch das Dreieck Schwanebeck komplett umgebaut. Unter anderem erhält die B2 aus Berlin kommend einen komplett neuen Verlauf und die bisher engen Kurven werden durch großzügige Strecken ersetzt. Parallel dazu wird auch überlegt, daß Dreieck in Dreieck Barnim umzubenennen, um auch für den Außenstehenden die Ortsbenennung begreiflicher zu machen.
Die Bilder sind östlich des Dreiecks an der Brücke zwischen Birkholz und Neulindenberg aufgenommen worden. Hier wird die bestehende Brücke durch ein weiteres Brückenbauwerk ergänzt. Ähnlich wird auch zwischen Birkholz und Schwanebeck verfahren.
Bei openstreetmap ist der geplante Verlauf der Straßen schon gut zu erkennen, da die Freiwilligen hier schon fleißig waren:
Bis zum Jahr 2014 soll der nordöstliche Abschnit des Berliner Rings auf 6 Spuren verbreitert werden. Dazu gehört auch, die über der Autobahn verlaufenden Brücken zu verlängern. Bei den Bahnbrücken muß so etwas meist im laufenden Verkehr abgewickelt werden, was ohne Verkehrseinschränkungen aber nicht geht.
Das Bild zeigt einen Zwischenschritt an der Brückenbaustelle A10 / S-Bahn (Linie S2 nach Bernau) im Berliner Ortsteil Buch.
Die Brücken befinden sich in Heegermühle / Finow am Finowkanal. Die hintere ist die Straßenbrücke Altenhofer Straße, die vordere ist die alte Brücke der Abzweigstrecke von der Eberswalde-Finowfurter Eisenbahn (EFE) zum Walzwerk.
Die Brücke wurde zwar noch bis in die 90er Jahre hinein genutzt, hatte da aber schon lange keine Verbindung zur Stammstrecke mehr. Die Gleise lagen vom Bahnhof Finow noch bis in die Fliegersiedlung endeten aber vor der B167 / F167. An einen Bahnübergang dort kann ich mich nicht mehr erinnern, was bedeutet, daß dieser vor 1980 verschwunden sein muß.
Stattdessen fuhren Züge über die Eberswalder Industriebahn und durch das Walzwerk bis zu der Brücke. Sie nutzten sie zum einen als Ausziehgleis bei Rangierfahrten zwischen den einzelnen Werkhallen und zum anderen als Ausziehgleis für die Bedienung des früher von der NVA genutzten Geländes unterhalb der Millionenbrücke.
Das alles ist inzwischen aber Geschichte. Die Werkhallen des ehemaligen Walzwerks werden nur noch von Norden bedient und die Gleise über die Mühlenstraße in Finow sind ausgebaut und das NVA-Gelände liegt verwaist. Nur die Brücke steht noch und erinnert an den alten Abzweig der EFE.
Im Winter war es ein Glücksfall, einen Zug der Linie S8 (Zeuthen/Grünau <> Birkenwerder) auf dem Außenring anzutreffen, da der Betrieb der S8 auf Grund von Fahrzeugmangel teilweise eingestellt wurde. Inzwischen fahren aber wieder Züge, wenn auch nur als Halbzüge. Auf der S8 fahren derzeit Triebwagen der Baureihe 480.
Seit dem letzten Fahrplanwechsel fahren Richtung Stralsund über Angermünde, Pasewalk ICE aus Berlin an die Ostsee. Das Angebot wird dadurch aber nicht unbedingt besser. Der Zug fährt nicht schneller, dafür fallen bisher eingesetzte IC mit der Möglichkeit, diese mit dem VBB-Ticket zu nutzen weg. Auf Grund der generellen Ausdünnung in der Uckermark hat das Land Brandenburg bei der ODEG auch Verkehre zwischen Angermünde und Prenzlau bestellt.
Die neue Brücke steht, allerdings bleibt immer noch viel zu tun. Der Betonüberbau und die Fahrbahn müssen gefertigt und die Zufahrtsrampe geschüttet werden.