Schleusenruine Wüsteneutzsch

Nachdem ich aus einem traurigen Anlass in Sachsen-Anhalt weilte, konnte ich endlich einmal die Reste der Schleuse in Wüstenetzsch am nicht fertig gestellten Saale-Elster-Kanal besuchen.

Was für den einen nur kuriose Reste aus der Vergangenheit sind oder für andere ein Symbol für die Verschwendung von Steuergeldern ist, ist vor allem ein Zeichen für diskontinuierliche Verkehrspolitik und deren Folgen. Überall in der BRD findet man ähnliche Zeugnisse. Reste von Brückenbauten, Reste von Autobahnprojekten und so weiter … Bei manchen dieser Projekte mag es gut sein, daß sie nie fertig gebaut wurden, bei vielen hat der Stop des Baus die wirtschaftliche Entwicklung der Region aber nachhaltig negativ beeinflusst.

Langer Trödel im Winter

Der Lange Trödel in Zerpenschleuse an einem durchwachsenen Mittag im Winter.

Evangelische Kirche in Zerpenschleuse am Langen Trödel

Über den zugefrorenen Kanal gibt es einen schönen Blick auf die Evangelische Kirche von Zerpenschleuse.

Hubbrücke Forststraße über den Langen Trödel in Zerpenschleuse

Über den wieder in Betrieb genommenen Langen Trödel wurden insgesamt drei bewegliche Brücken gebaut. Während die Klappbrücken in Liebenwalde und an der B109/L100 fast schon normal sind, ist die einseitig aufgehängte Hubbrücke an der Forststraße schon eine kleine Besonderheit:

Schleuse Liepe

Die Schleuse Liepe bildet heute das östliche Ende des Finowkanals. Der Blick in die Ferne zeigt die Haltung zur Stecherschleuse und im Hintergrund den Ort Niederfinow

Ein Blick von der Dusterwinkelbrücke am frühen Morgen

An einem kalten Morgen blicke ich von der Dusterwinkelbrücke auf den Oder-Havel-Kanal nach Osten in den Sonnenuntergang und auf die Industrie rund um den Binnenhafen Eberswalde:

Wehr Drahthammer am Morgen

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Das Wehr Drahthammer am Finowkanal an einem kalten Novembermorgen.

An der Schleusentreppe Arzviller

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Die Schleusentreppe Arviller wurde 22. September 1853 in Betrieb genommen. Sie ist Teil des östlichen Abschnitts des Canal de la Marne au Rhin. Seit Eröffnung des Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller (französisch Plan incliné de Saint-Louis/Arzviller) ist sie ohne Funktion und außer Betrieb genommen. Die Schleusentreppe läßt sich gut mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß erkunden.

Papierfabrik am Morgen

Ein Blick auf die Papierfabrik am Finowkanal im Wolfswinkel morgens um kurz nach sechs.

Schleuse 14 und Eisenbahnbrücke am Canal de la Marne au Rhin

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Der Canal de la Marne au Rhin ist voller interessanter technischer Lösungen. So wurde zum Beispiel die Eisenbahnbrücke der Bahnstrecke Paris–Straßburg direkt auf den Seitenwänden der Schleuse Nr. 14 der Schleusentreppe gegründet.

Sicherheitstor und obere Haltung am Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller

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Im Zusammenhang mit dem Neubau des Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller wurde in der Scheitelhaltung des Canal de la Marne au Rhine ein ca. 3 Kilometer langer neuer Kanalabschnitt in Hanglage gebaut. Am Beginn dieses Abschnitts wurde ein Sicherheitstor in Form eines Drehsegment gebaut. Sicherheitstore werden immer an gedichteten Kanalstrecken gebaut, um bei Schäden in der Dichtung die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren. Am Oder-Havel-Kanal wurden sie auch oft Wassertor genannt.

Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller (2016)

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Nachdem ich bereits 2003 das Schiffshebewerk Saint-Louis/Arzviller besuchte, ergab sich in diesem Jahr mal wieder die Gelegenheit. Statt eines Besuchs oben am Bauwerk erkundeten wir aber lieber die Umgebung mit der Schleusentreppe und die obere Haltung des Canal de la Marne au Rhin

Schleuse Nr. 9 am Canal de la Marne au Rhin

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Einige Bilder von der Schleuse Nr. 9 des Canal de la Marne au Rhin (deutschRhein-Marne-Kanal)

Schleusen Nr.4 am Canal des Ardennes

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Direkt hinter dem Tunnel des Canal des Ardennes befindet sich die Schleuse Nr.4.

Tunnel am Canal des Ardennes

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Der Canal des Ardennes ist eine der vielen künstlichen Wasserstraßen im Osten Frankreichs, die zu einer Blütezeit des französischen Wasserbaus errichtet wurde, inzwischen für den Transport von Gütern keine Bedeutung mehr haben. Für aktuelle Schiffsgrößen sind diese Kanäle einfach zu klein.

Als eine Spezialität des französischen Wasserbaus zähle ich vor allem die mehrfach gebauten Tunnel. Während mir in Deutschland nur ein kleiner Tunnel an der Lahn bekannt ist, sind mir für Frankreich noch zwei Tunnel am Canal du Nord und weitere am Canal de la Marne au Rhine bekannt. Von weiteren gehe ich aber aus.

Klosterbrücke / Oder-Havel-Kanal

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Die Klosterbrücke an der Havel-Oder-Wasserstraße / Oder-Havel-Kanal hat in den letzten Tagen für einigen Gesprächsstoff gesorgt. Zum einen ist sie die größte Neubaubrücke der letzten Jahre, zum anderen hakte es beim Einschwimmen – der Kanal wurde daher vor einer Woche gesperrt und es bildeten sich lange Staus auf beiden Seiten der Baustelle.

Offizielle Mitteilungen zur Brücke gab es vom WSA Eberswalde:
Neue Klosterbrücke über den Oder-Havel-Kanal wird eingeschwommen
Probleme beim Einschwimmen der neuen Klosterbrücke über den Oder-Havel Kanal

Hier ein Paar Bilder von der Ruhe auf der Baustelle:

Blick auf die Baustelle der neuen Schleuse Zerpenschleuse

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Im Rahmen der Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (WIN) wird der Lange Trödel wieder schiffbar gemacht und dazu auch die Schleuse in Zerpenschleuse wieder hergestellt. Das Bild zeigt die Baustelle über das zukünftige Wasserstraßenkreuz Finowkanal/Oder-Havel-Kanal hinweg fotografiert.

Schleuse Nr. 26 des Kanal Charleroi-Brüssel

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An der Schleuse Nr. 26 des Kanal Charleroi-Brüssel ist Schluß. Oberhalb ist kein Schiffsverkehr mehr möglich. Statt dessen nehmen die Schiffe heute den Weg über das Schiffshebewerk Ronquières.

Schiffsfriedhof oder Siedlung?

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Zwischen den Schleusen Nr. 26 und Nr. 27 des Kanal Charleroi-Brüssel stehen Fracht- und Passagierschiffe, die als Wohnraum genutzt werden. Bei einigen der Schiffe scheint es aber fraglich, ob sie nicht schon in die Kategorie Wrack gerutscht sind. Das feuchte Wetter des heutigen Tages und auch das Klima in Belgien tun sicher einiges dafür.

Schleusenwärterhaus der Schleuse Nr. 27

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Ein Blick auf das Schleusenwärterhaus der Schleuse Nr. 27 am Kanal Charleroi-Brüssel in Ronquières.

Schleuse Nr. 28 des Kanal Charleroi-Brüssel

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Blick auf die Schleuse Nr. 28 des Kanal Charleroi-Brüssel, interessantes Detail: Überschusswasser fließt einfach über die geschlossenen Tore, ein Umleitergerinne existiert an dieser Stelle nicht.

Schiffshebewerk Ronquières

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Das Schiffshebewerk Ronquières sehen wir uns nur von der Straßenbrücke unterhalb an, einen ausführlicheren Besuch hatte ich vor fast 10 Jahren unternommen.

Das besondere an der Anlage ist im Gegensatz zu den in Deutschland gebauten Schiffshebewerken und auch denen am Canal du Centre, daß die Förderung hier über eine schiefe Ebene erfolgt. Die Länge der schiefen Ebene beträgt 1.432 Meter, wobei ein Höhenunterschied von 67,73 Meter überwunden wird.

Wikipedia schreibt dazu:

Das Schiffshebewerk Ronquières (französisch Plan incliné de Ronquières) befindet sich in Belgien in der Provinz Hennegau (französisch Hainaut) im Landesteil Wallonien. Es wurde zwischen 1962 und 1968 gebaut und nach dem an seinem unteren Ende befindlichen Dorf Ronquières benannt. Das Schiffshebewerk ersetzt 14 Schleusen im Zuge des Kanal Charleroi–Brüssel.

(Schiffshebewerk Ronquières – Wikipedia)

Lichterspiel am Schiffshebewerk Nr. 4 des Canal du Centre in Thieu

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Die alten Schiffshebewerke des Canal du Centre sind immer noch in Betrieb, wenn auch nur für die Freizeitschiffer. Und ähnlich wie bei meinem ersten Besuch faszinierte mich das nächtliche Lichterspiel am Hebewerk Nr. 4.

Wikipedia schreibt zu den Schiffshebewerken des Canal du Centre:

Die vier hydraulischen Schiffshebewerke des Canal du Centre in Belgien wurden zwischen 1882 und 1917 erbaut und 1998 in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen. Sie sind noch weitgehend im Originalzustand erhalten. Seit 2002 fährt die Frachtschifffahrt nicht mehr über die alten Hebewerke, sondern über das neue Hebewerk von Strépy-Thieu.

1882 stimmte die belgische Regierung diesem Plan zu. Er sah vier Hebewerke von etwa gleichen Abmessungen vor: Das – höchstgelegene – Hebewerk Nr. 1 in Houdeng-Goegnies mit einer Hubhöhe von 15,397 m, Nr. 2 in Houdeng-Aimeries von 16,934 m und Nr. 3 in Bracquegnies sowie Nr. 4 in Thieu mit jeweils 16,933 m.[1]

Eröffnung des ersten Hebewerks
Hebewerk Nr. 1 wurde am 4. Juni 1888 durch den belgischen König Leopold II. feierlich eröffnet. Anschließend entbrannten jedoch angesichts der hohen Kosten für den Bau der Schiffshebewerke heftige Debatten über die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Erst 1894 konnten daher die Maurerarbeiten an den drei übrigen Hebewerken abgeschlossen werden. Der Weiterbau verzögerte sich dadurch bis 1910.

Eröffnung des Kanals
Wenige Tage nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 marschierten die Deutschen in Belgien ein. Die deutsche Besatzungsmacht erachtete den Kanal als strategisch wichtig, weshalb sie den Weiterbau anordnete. 1917 konnten dann – diesmal kriegsbedingt ohne jegliche Feierlichkeiten – die übrigen drei Hebewerke in Betrieb genommen werden, womit der Kanal auf voller Länge befahrbar war.

Weltkulturerbe
1998 beschloss die UNESCO, die vier Schiffshebewerke des Canal du Centre in die Liste des Weltkulturerbes aufzunehmen.

Schiffshebewerke des belgischen Canal du Centre – Wikipedia

Der Finowkanal am Morgen

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Der Finowkanal am Morgen westlich der Schleuse Drahthammer.

Papierfabrik am Finowkanal

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Nach der Panoramaaufnahme jetzt noch einige normale Bilder der Papierfabrik Wolswinkel am Finowkanal.