Monat: Juni 2011

Begegnung in Vogelsang

Vor einigen Wochen berichtete die Märkische Allgemeine (Vogelsang wird abgehängt / über Schildbürger in Vogelsang) darüber, daß in Zukunft nur noch alle zwei Stunden ein Zug in Vogelsang halten wird, obwohl alle Stunde Züge in beiden Richtrungen durch den Ort fahren.

Für mich war dies Anlaß, einmal nach Vogelsang zu fahren und mir die Situation anzusehen.

Auf den folgenden Bildern wird der Ablauf deutlich. Der aus Berlin kommende Zug der Prignitzer Eisenbahn fährt auf dem zweiten Gleis ein, langsam am Bahnhofsgebäude und dem kleinen Bahnsteig vorbei und vor bis zum Ausfahrsignal. Kurz darauf kommt der Gegenzug aus Templin und fährt auf Gleis 1 vor bis zum Empfangsgebäude, Passagiere können ein- und aussteigen (heute waren es offensichtlich zwei Schülerinnen, die ausstiegen). Anschließend gehen beide Ausfahrsignale auf grün und es herrscht für die nächste knappe Stunde Ruhe auf dem Bahnhof.

Vogelsang liegt an der Bahnstrecke von Löwenberg nach Templin. Diese Strecke ist die letzte verbliebene von früher insgesamt 4 Strecken die auf Templin zuliefen und Templin somit zu einem Eisenbahnknoten machten.

Wikipedia sagt zu dieser Linie:

>>Die Strecke Löwenberg–Templin wurde am 1. Mai 1888 eröffnet und ist heute noch für den Personenverkehr in Betrieb. Zehn Jahre später – am 24. März 1899 – erfolgte die Verlängerung der Strecke nach Prenzlau. 1945 wurde dieser Abschnitt als Reparationsleistung für die Sowjetunion abgebaut. Acht Jahre später erfolgte der Wiederaufbau. Die Trassierung innerhalb Prenzlaus wurde dabei verändert, so dass die Strecke seitdem in einem Bogen nordwestlich um die Stadt führt. Die Wiedereröffnung des Abschnitts erfolgte am 30. Oktober 1953. 1955 ging eine Verbindungsstrecke vom neu errichteten Betriebsbahnhof Prenzlau West nach Blindow an der Bahnstrecke Angermünde–Stralsund in Betrieb. Damit war eine direkte Nord-Süd-Verbindung entstanden, wobei der Bahnhof Prenzlau umfahren wurde. Sie diente vor allem dem Güter- und militärischen Verkehr, wurde aber auch von einigen Schnellzügen in der Sommersaison genutzt.

Am 28. Mai 2000 wurde der Abschnitt Templin Stadt–Prenzlau im Schienenpersonenverkehr eingestellt. Noch bis 2003 befuhr ein Güterzugpaar das nördliche Streckenende zwischen Prenzlau und Prenzlau Vorstadt. Im Dezember 2008 verkaufte die Deutsche Bahn diesen Streckenabschnitt an die Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg, die am 24. März 2010 einen Betrieb mit Draisinen auf der neun Kilometer langen Teilstrecke Beenz–Prenzlau Vorstadt eröffnet hatten. Allerdings wurde dieser Betrieb bald wieder eingestellt und die Strecke an die Havelländische Eisenbahn (HVLE) verkauft, die sie nun im Jahr 2011 aus Kostengründen wieder an andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen abgeben möchte.<< aus: Bahnstrecke von Löwenberg nach Prenzlau

Weitere Strecken verliefen von Templin nach Fürstenberg und Britz bzw. Eberswalde. Diese bildeten die Bahnstrecke Britz–Fürstenberg, die Strecke wurde 1898/1899 eröffnet.

Die Strecke nach Fürstenberg hat seit 1996 keinen Bahnverkehr mehr, dort können allerdings Draisinen gemietet werden. Richtung Britz ist der Verkehr seit Dezember 2006 unterbrochen. Bis Joachimsthal fahren allerdings von Eberswalde noch stündlich Triebwagen der ODEG und bis Milmersdorf öfter Güterzüge der DB AG.

Die Strecke von Eberswalde über Templin nach Löwenberg habe ich im Herbst 2006 im Rahmen einer Abbestellungstour Nordbrandenburg bereist. Die Bilder dazu liegen hier: November 2006 im unteren Bereich der Seite.

zu Besuch in Fürstenberg/Havel

Ein Paar Bilder vom Bahnhof Fürstenberg/Havel im nördlichen Landkreis Oberhavel. In früheren Zeiten war der Bahnhof ein Ausgangspunkt von Militärzügen der Roten Armee, die von hier über Templin, Eberswalde nach Frankfurt/Oder fuhren. Die Rote Armee ist lange abgezogen, die Strecke nach Templin wird nur noch von Draisinen befahren und so ist Fürstenberg nur noch ein unbedeutender Unterwegshalt zwischen Neustrelitz und Berlin.

Bauarbeiten am Dreieck (Kreuz) Barnim

Die Autobahn A10 (Berliner Ring) wird bis 2013 auf sechs Spuren erweitert und dabei auch das Dreieck Schwanebeck komplett umgebaut. Unter anderem erhält die B2 aus Berlin kommend einen komplett neuen Verlauf und die bisher engen Kurven werden durch großzügige Strecken ersetzt. Parallel dazu wird auch überlegt, daß Dreieck in Dreieck Barnim umzubenennen, um auch für den Außenstehenden die Ortsbenennung begreiflicher zu machen.

Die Bilder sind östlich des Dreiecks an der Brücke zwischen Birkholz und Neulindenberg aufgenommen worden. Hier wird die bestehende Brücke durch ein weiteres Brückenbauwerk ergänzt. Ähnlich wird auch zwischen Birkholz und Schwanebeck verfahren.

Bei openstreetmap ist der geplante Verlauf der Straßen schon gut zu erkennen, da die Freiwilligen hier schon fleißig waren:

Link zu openstreetmap: Dreieck Schwanebeck

In der Märkischen Oderzeitung gab es in den letzten Wochen einige Artikel zu der Umbenennung und den Bauarbeiten:
Dreieck Schwanebeck wird zum Kreuz Barnim
Spatenstich für „Dreieck Barnim“
Bärenbrücke bleibt erhalten