Leitplankenwahn

Das Wetter war auch heute wieder sehr verlockend für eine Tour auf dem Schmalspurrad und so machte ich mich direkt vom Büro wieder auf, um den Weg in die Hauptstadt anzutreten. Der kürzeste Weg führt mich dabei über die B2 direkt nach Südwesten.

Die B2 ist eigentlich, wenn der KFZ-Verkehr nur mäßig oder auch garnicht rollt bis Bernau eine sehr schöne Straße, da sie teilweise als Allee ausgeprägt ist, teilweise sogar durch richtigen Wald führt. Was mir aber heute wieder einmal aufgefallen ist, sind die vielen Kilometer auf denen Leitplanken den Straßenrand säumen.

Was den Autofahrer davor schützen soll, einen der vielen Bäume anzufahren, ihn aber gleichzeitig auch verleitet, das Geschwindigkeitslimit von 80 km/h zu überschreiten, da ja alles so schön sicher ist, stellt für jeden Zweiradfahrer nicht einfach nur ein großes Ärgernis sondern sogar eine große Gefahr dar.

Wenn der Gegenverkehr mal wieder mit dem Überholen beginnt, während man selbst noch nicht passiert hat, gibt es einfach kein Entrinnen. Und für stürzende Motorradfahrer kann eine Leitplanke schnell tödlich enden.

Bei dem ganzen Leitplankenwahn, wie er an bundesdeutschen Straßen wütet, glaube ich immer an gute Lobbyarbeit der Stahlindustrie. Es werden so viele Straßenkilometer sinnlos mit Leitplanken verziert, daß es einfach nur weh tut. Und alles zahlt der allgemeine Steuerzahler.

Ein weiteres negatives Beispiel für Leitplankenwahn im Barnim ist die Landesstraße L31 zwischen Ladeburg und Lanke. Auch dies ist eine eigentlich schöne Straße, da sie leicht gewunden durch schönen Wald führt. Aber die vielen Leitplanken am Straßenrand lassen die Fahrt auf dem Fahrrad eher zum Höllenritt werden. Daß es früher auf dieser Straße viele Unfälle zwischen KFZ und Baum gab, ist mir nicht bekannt.

Bahnübergang Forsthaus

Angekündigt war der Abriß des Schrankenwärterhauses am Bahnübergang Forsthaus (Eberswalde an der B2 in Nordend) schon lange. Überraschend kam der Beginn der Arbeiten jetzt aber doch:

Durch den Abriß geht ein markanter Punkt beim Verlassen Eberswaldes verloren. Denn für jeden, der aus dem Zentrum kommend nach Norden fuhr, bot sich bisher dieser schöne und das Straßenbild prägende Anblick:

Dieses Bild habe ich im Februar 2005 aufgenommen. Das Original ist hier: Bahnübergang Eberswalde Nordend zu finden.

Neben dem Bahnübergang gab es früher noch ein Chausseehaus, das auf keinem der Bilder zu sehen ist. Eine alte Aufnahme um 1970 gibt es aber hier: historisch: Eberswalde