V22.01 am Bahnübergang Angermünder Straße

An einem sonnig blassen Septembernachmittag fährt mir V22.01 von Theo Steil am Bahnübergang Angermünder Straße im Gegenlicht vor die Lins. Rechts befindet sich der Rangierbahnhof auf dem ehemaligen Walzwerkgelände.

Die Lok hatte ich 2007 (Rangierdiesel der PEG) schon einmal auf dem Gelände des ehemaligen Mischfutterwerks, damals Märka AG fotografiert.

Die Datenlage zur Lok ist relativ dünn. Wenn ich die Informationen aus verschiedenen Seite zusammenziehe, ergibt sich folgender Lebenslauf:

Hersteller:LKM
Fabriknummer:262.5.593 bzw. 2625593
Baujahr:1975
Typ / Bauart:V22 / B-dh oder B dm
Leistung:162 kW
erster Eigentümer:Nähmaschinenwerk Wittenberge
ab 09.99 Prignitzer Eisenbahn (PEG)
2002Märka Märkische Kraftfutter Gesellschaft mbH
201X
evtl. seit 27.02.2012
Theo Steil GmbH, Eberswalde

Quellen:
Fahrzeugportrait LKM 262593 – deutsche-kleinloks.de
Beiträge Lokomotivgeschichte – Prignitzer Eisenbahn GmbH
Theo Steil GmbH – privat-bahn.de

Bei der Suche nach Informationen zur oben gezeigten Lok stieß ich auch auf die Information, dass die Eberswalder Industriebahn als Betreibergesellschaft Nordbahn GmbH Teil des Unternehmens Theo Steil ist.

screenshot von Theo Steil – Verbundene Unternehmen
  1. aktive Anschlüsse bestehen zu
    • Technische Werke Eberswalde GmbH (Hafen Eberswalde)
    • Hauptgenossenschaft Nord AG HaGE Nordland
    • Theo Steil GmbH
  2. aktive Anschlüsse bestehen zu
    • Finow Automotive
    • ICC Industriepark

ex-PEG-Talent in NEB-Diensten

DSC07655

Die Prignitzer Eisenbahn (oder hier: PEG) hat in den letzten Jahren alle Einsatzgebiete für ihre Triebwagen verloren. So verwundert es nicht, daß einige Triebwagen neue Eigner finden würden. Einer von Ihnen fährt hier als RB27 für die NEB von Wensickendorf nach Karow auf den Bahnhof Basdorf zu.

Triebwagen 643 862-5 der Prignitzer Eisenbahn trifft im Bahnhof Vogelsang einen GTW 2/6 der DB AG

Triebwagen 643 862-5 der Prignitzer Eisenbahn begnet im Bahnhof Vogelsang dem GTW 2/6 646 012-4 der DB AG.

Begegnung in Vogelsang

Vor einigen Wochen berichtete die Märkische Allgemeine (Vogelsang wird abgehängt / über Schildbürger in Vogelsang) darüber, daß in Zukunft nur noch alle zwei Stunden ein Zug in Vogelsang halten wird, obwohl alle Stunde Züge in beiden Richtrungen durch den Ort fahren.

Für mich war dies Anlaß, einmal nach Vogelsang zu fahren und mir die Situation anzusehen.

Auf den folgenden Bildern wird der Ablauf deutlich. Der aus Berlin kommende Zug der Prignitzer Eisenbahn fährt auf dem zweiten Gleis ein, langsam am Bahnhofsgebäude und dem kleinen Bahnsteig vorbei und vor bis zum Ausfahrsignal. Kurz darauf kommt der Gegenzug aus Templin und fährt auf Gleis 1 vor bis zum Empfangsgebäude, Passagiere können ein- und aussteigen (heute waren es offensichtlich zwei Schülerinnen, die ausstiegen). Anschließend gehen beide Ausfahrsignale auf grün und es herrscht für die nächste knappe Stunde Ruhe auf dem Bahnhof.

Vogelsang liegt an der Bahnstrecke von Löwenberg nach Templin. Diese Strecke ist die letzte verbliebene von früher insgesamt 4 Strecken die auf Templin zuliefen und Templin somit zu einem Eisenbahnknoten machten.

Wikipedia sagt zu dieser Linie:

>>Die Strecke Löwenberg–Templin wurde am 1. Mai 1888 eröffnet und ist heute noch für den Personenverkehr in Betrieb. Zehn Jahre später – am 24. März 1899 – erfolgte die Verlängerung der Strecke nach Prenzlau. 1945 wurde dieser Abschnitt als Reparationsleistung für die Sowjetunion abgebaut. Acht Jahre später erfolgte der Wiederaufbau. Die Trassierung innerhalb Prenzlaus wurde dabei verändert, so dass die Strecke seitdem in einem Bogen nordwestlich um die Stadt führt. Die Wiedereröffnung des Abschnitts erfolgte am 30. Oktober 1953. 1955 ging eine Verbindungsstrecke vom neu errichteten Betriebsbahnhof Prenzlau West nach Blindow an der Bahnstrecke Angermünde–Stralsund in Betrieb. Damit war eine direkte Nord-Süd-Verbindung entstanden, wobei der Bahnhof Prenzlau umfahren wurde. Sie diente vor allem dem Güter- und militärischen Verkehr, wurde aber auch von einigen Schnellzügen in der Sommersaison genutzt.

Am 28. Mai 2000 wurde der Abschnitt Templin Stadt–Prenzlau im Schienenpersonenverkehr eingestellt. Noch bis 2003 befuhr ein Güterzugpaar das nördliche Streckenende zwischen Prenzlau und Prenzlau Vorstadt. Im Dezember 2008 verkaufte die Deutsche Bahn diesen Streckenabschnitt an die Draisinenbahnen Berlin/Brandenburg, die am 24. März 2010 einen Betrieb mit Draisinen auf der neun Kilometer langen Teilstrecke Beenz–Prenzlau Vorstadt eröffnet hatten. Allerdings wurde dieser Betrieb bald wieder eingestellt und die Strecke an die Havelländische Eisenbahn (HVLE) verkauft, die sie nun im Jahr 2011 aus Kostengründen wieder an andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen abgeben möchte.<<
aus: Bahnstrecke von Löwenberg nach Prenzlau

Weitere Strecken verliefen von Templin nach Fürstenberg und Britz bzw. Eberswalde. Diese bildeten die Bahnstrecke Britz–Fürstenberg, die Strecke wurde 1898/1899 eröffnet.

Die Strecke nach Fürstenberg hat seit 1996 keinen Bahnverkehr mehr, dort können allerdings Draisinen gemietet werden. Richtung Britz ist der Verkehr seit Dezember 2006 unterbrochen. Bis Joachimsthal fahren allerdings von Eberswalde noch stündlich Triebwagen der ODEG und bis Milmersdorf öfter Güterzüge der DB AG.

Die Strecke von Eberswalde über Templin nach Löwenberg habe ich im Herbst 2006 im Rahmen einer Abbestellungstour Nordbrandenburg bereist. Die Bilder dazu liegen hier: November 2006 im unteren Bereich der Seite.

Rangierdiesel der PEG


Obwohl die Märka AG über eigene Rangierdiesel verfügt, stand am 21.02.2007 dieser kleine Diesel der PEG auf dem Gelände des Kraftfuttermischwerkes in Eberswalde.

Update 2021: Im Beitrag V22.01 am Bahnübergang Angermünder Straße habe ich versucht, den Lebenslauf der Lok nachzuvollziehen. Dabei fiel mir auf, dass die Lok wahrscheinlich schon ab 2002 der Märka (heute ist das Mischfutterwerk Teil der Hauptgenossenschaft Nord AG – HaGE Nordland) gehörte. Die Lackierung blieb bis mindestens 2018 weitgehend unverändert. Es kamen nur neue Aufkleber hinzu.

Im Bahnhof von Putlitz

Im Bahnhof von Putlitz ist es nicht ganz klar, ob es nicht nur ein großer Schrottplatz oder doch ein Ort ist, an dem Eisenbahnfahrzeuge einer glorreichen Zukunft entgegen dämmern. Hier ist einiges versammelt. Neben den vielen VT98 und den V15 (u.a. SSH Spree-Schwarze-Elster Kraftwerksbetriebsgesellschaft mbH Nr. 5) sind vor allem die Dampflok 50 3521 und der Triebwagen ET403 (Lufthansa-Airport-Express (kurz LHA) – Donald Duck) hervorzuheben. Weiter gesehen habe ich einen MaK GDT, eine V60 der DR und einen kleinen Gleiskraftwagen. Dazu gab es noch Güter- und Personenwagen.